top of page
Search

FÜÜR SAUNA HAMBURG - mein warum und deine Einladung in nackte Erlaubnis!

  • Jul 1
  • 5 min read
SAUNA HAMBURG für Frauen

Es gibt einen Film, der mich nicht mehr losgelassen hat, seit ich ihn gesehen habe (und das bereits 3x). Gefühlt gab es ein davor und ein danach.


"Smoke Sauna Sisterhood", ein Dokumentarfilm der estnischen Regisseurin Anna Hints, der 2023 beim Sundance Festival den Regiepreis gewann. Er zeigt Frauen in einer alten Rauchsauna in Südestland, wie sie schweigen, wie sie reden, wie sie weinen, wie sie lachen. Wie sie sich gegenseitig mit Birkenzweigen abklopfen. Wie Schweiß und Tränen sich auf ihrer Haut vermischen, eins werden. Wie sie Dinge aussprechen, die sie vielleicht noch nie laut gesagt haben, über ihre Körper, über Scham, über das was der male gaze und partriachaler Kackscheiß mit einem machen, über Geburt und Verlust und die ganz kleinen und die ganz großen Schicksale eines Frauenlebens. Anmerkung: Schau den Film unbedingt, aber schau in nicht alleine. Gerne in Gemeinschaft anderer Frauen. Da sind herzlich leichte Stelle und auch sehr dunkle Stellen.


Was mich dabei so berührt hat, war gar nicht unbedingt das Außergewöhnliche, das groß heilige (wobei das profane ja oft eh sau heilig ist). Es war das Selbstverständliche, das alltägliche, das verkörperte. Diese Frauen gehen nicht in die Sauna um etwas zu verarbeiten oder zu heilen oder zu transformieren oder "einfach nur" als Wellnessfaktor. Sie gehen einfach. Die Sauna ist Teil ihres Lebens, wie das Kochen und das Schlafen. Und in diesem Selbstverständlichen passiert dann alles, dabei ohne Absicht, ohne Programm. Einfach weil die Hitze, die alten Lieder, das gemeinsame und das geteilte und die Nacktheit einen Raum schaffen, in dem die Körper und Frauen nicht bewertet werden und einfach sein dürfen.


Ich habe mich in diesem Film wiedererkannt. In dem Gefühl, das entsteht wenn Frauen nackt nebeneinander sitzen und nichts voneinander wollen außer Anwesenheit. Präsenz. Lauschen. Durchatmen. Sein.


Dieses Gefühl kenne ich seit ungefähr 10-12 Jahren. Es begann in Kopenhagen, wo ich Mitglied in einer Saunagemeinschaft wurde, gefühlt als jüngstes Mitglied. In einer dieser alten, ganz schlichten, praktikablen Saunen direkt am Meer (mehr braucht es nicht oder?), die es seit gefühlt einem Jahrhundert gibt und die noch nichts vom späteren Saunahype gehört hat und sich auch heute nicht weiter drum schert und weiter einen Jahrespreis von 90 Euro fährt, bei einer mittlerweile geschlossenen Warteliste mit 6 Jahren Wartezeit.


Ich erinnere mich an den einen Winter, in dem Frauen ins eiskalte Meer stiegen. Ich stand am Ufer und schaute ihnen zu und jubelte innerlich und äußerlich. Bis eine von ihnen sich umdrehte und sagte: Ich hab noch ein Handtuch, willst du mitkommen, in die Sauna und ins Meer? JA! Und so war meine Sauna und Winterbadeliebe geboren. Und ja, auch das ist Sauna für mich. Ein Raum von Zugehörigkeit, fern unserer Geschichten und Alltagsgedöns. Ist mir egal, wo du herkommst, wie alt du bist, was du arbeitest, lass mal zusammen nackt sein und das kühle lebendige Nass auf unserer Haut spüren und gemeinsam jauchzen und dann wieder unsere Wege gehen.


Vor vier Jahren war ich in Schweden auf einem Retreat mit Melissa Maya. & Annette Muller. Eine der Retreatteilnehmenden, (Katie Brach, sie hat Wild Spa Wowo in England gegründet) band spontan ein Saunabündel für uns aus allem was gerade draußen wuchs, heizte die Sauna auf und klopfte uns damit ab. SO sinnlich, liebevoll und kraftvoll. Wir hatten Körperöle dabei und grobes Salz. Der Duft von frischen Kräutern in der Hitze mmmh, ich rieche es noch heute. Und ich beobachtete diese Frau und uns als Gruppe dachte: DAS, genau das ist der schönste Job der Welt! So sinnlich, so kraftvoll, so geerdet. So weiblich auf eine Art, ohne dass es irgendetwas zu beweisen gibt. Auch die Weiblichkeit nicht. Und in dem Moment entrinnt auch diese Zuschreibung und wir begegnen uns einfach so roh und rein und pur und sinnlich.


Nachdem ich Smoke Sauna Sisterhood gesehen hatte, war klar, der Zug und Sog ist so groß, ich mag das vertiefen. Ich besuchte Katie in England. Und dort, extra aus Finnland angereist, war Laura Foon, meine heutige Inspiration und eine der Menschen, die mein Verständnis von und Gefühl für Saunaritual so tiefsten geprägt haben. Ich absolvierte bei ihr mein erstes Saunaritual Training. Nicht weil man für alles ein Training braucht. Sondern weil es mir half, die Wurzeln zu verstehen, wirklich zu verstehen, aus welchem Boden diese Praxis kommt, was Löyly bedeutet, was eine Vihta ist und warum, was Hitze mit einem Körper macht wenn man ihr wirklich begegnet statt sie zu auszuhalten und wie eng verwoben wir Menschen mit den Elementen und Pflanzen sind.


Und dann ist da noch das, was der Film so deutlich zeigt und was ich in meiner eigenen Saunageschichte immer wieder erlebt habe: was passiert wenn man aufhört, den eigenen Körper zu bewerten. Wir sind aufgewachsen mit dem Gefühl, dass nackt sein immer etwas bedeutet. Dass der Körper immer auch für jemand anderen da ist, für einen Blick, eine Erwartung, ein Urteil, eine Bedürfnisbefriedigung. Und dieser Blick und diese Bewertung sitzt so tief. Und ja, verdammt: er ist oft auch noch da auch wenn niemand schaut. Auch unter Frauen, auch in der Sauna. Aber die Hitze macht etwas mit ihm. Sie nimmt weg oder viel mehr löst auf, lässt verdampfen, was nicht wesentlich ist. Sauna ist für mich pure Wesenlichkeit und Wesentlichkeit! Irgendwann ist man einfach Körper neben Körper, Haut neben Haut, und man denkt: ach so. So sehen wir also aus. Groß, klein, weich, knochig, mit Narben und Dehnungsstreifen und Geschichten die auf der Haut stehen. Und es ist schön. Nicht trotzdem. Einfach so. Sauna war für mich die fetteste Erinnerung an: ah ich bin ok so, wie ich bin, in und mit meinem Körper. Und so ein wichtiges Element im mich wohlfühlen im nackt sein mit anderen und mir selbst.

Und es wurde klarer und klarer für mich, damit möchte ich vertiefter arbeiten. Damit mag ich Räume öffnen. Da war die Träumerei von meinem Exfreund und mir von einem Saunaclub in Hamburg. Und dann war auch meine liebe Freundin Steffi Ule mit ihrer neuen Waldsauna, die einfach sagte: Hej, hast du Lust, dass wir gemeinsam für Frauen was in der Sauna anbieten? Aber sowas von! Das erste reine Sauna Retreat auf Samsø folgte im Oktober 2025: NAKED TRUTH. Und so ging die Reise los...

Und heute habe ich eine Sauna in meinem Keller. Und das nicht, um sie alleine oder "nur" mit Freund:innen zu genießen, sondern um den Raum weit auf zu machen. Nicht klassisches als Wellness-Angebot. Aber als eine Einladung in genau das: nackt sein ohne Auftritt, ohne.... ohne so viel. Mit dir und deinem Körper, deinen Sinnen, deiner Wesenlichkeit. Mit Sinnlichkeit, die für dich da ist. Und dich ebenso verankert sein lässt im Leben, den Elementen, der Natur, der Menschheit. Aber erstmal einfach nur für dich.

So habe ich FÜÜR ins Leben gerufen. FÜÜR ist plattdeutsch für Feuer. Und so fließen meine nordischen Wurzeln in diese uralte Tradition und wir beleben sie weiter, im heute hier und jetzt.

Ich habe Lust auf Sauna Community in Hamburg und auf Frauensauna in Hamburg! Du bist so willkommen und kannst hier neue Termine für offene Sauna Abende sehen, den festen Gruppencontainer von September-Januar oder du gönnst dir alleine ein Saunaritual oder zusammen mit einer Gruppe.

 
 
 

Comments


bottom of page